Ein bisschen mehr 2.0 bitte!

Aus E2.0 - die Enterprise 2.0 Site

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"Und die Website sollte ein bisschen mehr Web 2.0 sein", hörte ich beim Briefing einer Webagentur. 2.0 ist trendy. Das Web ist nun 2.0, sagen sie. Alles soll 2.0 werden. Auch Unternehmen 2.0! Und Regierungen 2.0. Aber was ist das 2.0, in einem Unternehmen oder Regierung?

Vor 8-9 Jahren hörten wir die Propheten der Internetrevolution. Sie sagten, alles wird sich ändern. Das Internet kommt und alle konservativen Unternehmen werden scheitern, wenn sie ihr Geschäft nicht auf das Internet ausweiten. Die Netz-Anbieter versprachen uns Video-Handys und Breitband-Verbindungen. Wir alle wissen, was dann kam. Die Qualität des Videos war schlecht, die Verbindungen waren langsam, und die meisten Internet Unternehmen (dotcoms) sind gescheitert. Die technische Revolution fand nicht statt - zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Was damals versprochen wurde ist heute aber beinahe Realität. Und wir lieben diese Welt. Auch wenn die ältere Generation lamentiert, wie schlecht all dieses „neumoderne Zeugs“ doch ist und wie gut die alten Zeiten waren, wo alles noch überschaubar war. Dies, und da ich bin mir sicher, wird sich nie ändern. Wir werden das auch in 20 Jahren genau gleich hören. Sie sehen ihre eigenen geliebten Errungenschaften verschwinden und neue Technologien und junge Menschen ersetzen ihre eigenen Technologien oder sogar sie selbst. Es ist die Angst vor dem Verlust an Bedeutung. Nichts ist schlimmer als bedeutungslos zu sein.

Die Technologie änderte sich seit der 2k-Bubble. Dies ist eine Tatsache. Mobile Videos funktionieren in guter Qualität, die Breitband Internet-Verbindungen sind schnell. Aber irgendwie hab ich das Gefühl dass sich mehr verändert hat. Eine neue Generation von jungen Menschen, aufgewachsen mit dem neuen mobilen sozialen realtime Multimedia-tools, erobert die Welt der Unternehmen. Junge Verbraucher helfen Produkte zu entwickeln, die sie selbst später kaufen. Don Tapscott erzählt uns in Wikinomics ganz anschaulich was vor sich geht. Neue Propheten rufen: "Go 2.0! Das soziale Internet erwartet uns! Ändert Euer Geschäft! Vernetzt Euch! Lasst Eure Kunden und Lieferanten die Produkte entwickeln!" Das hört sich fantastisch an. Wir lehnen uns zurück und Kunden und Lieferanten kümmern sich um unser Geschäft. Etwas tief in meinem Inneren sagt mir, dass das nicht funktionieren wird.

Die Veränderung, mit der wir konfrontiert sind ist „keine Technologische“, auch wenn die Ursache für die Veränderung Technologie ist, nämlich das Internet und damit verbundene technische Verbesserung von Datenverkehr und Medieninhalten. Diese neuen Technologien ermöglichen es uns Inhalte auszutauschen, zu suchen und aktiv multimedial beizusteuern. Die Veränderung ist „eine Soziale“. Unsere Kinder wachsen mit diesen Technologien auf und erwarten sich, dass die Geschäftswelt genauso funktioniert, wie ihr bisheriges Leben mit Facebook, Skype und Flickr. Das ist nicht der Fall. Einige Unternehmen (SYNAXON, treadless) versuchen, diese Kundengruppe bereits zu bedienen, experimentieren mit unterschiedlichen Organisationsstrukturen und Geschäftsmodellen.

"INATT" (Es geht nicht um die Technologie) trifft in diesem Sinne mehr denn je zu. Langsam, aber unaufhaltsam wachsen unsere Kinder heran und sie bringen Bedürfnisse mit, die wir bisher nicht kannten. Wie können wir mit diesen Bedürfnissen umgehen? Was muss sich in Organisationen ändern um weiterhin attraktiv zu bleiben als Arbeitsplatz für Mitarbeiter? Wie oder was müssen wir an unseren Produkten verändern? „Beachte immer, nichts bleibt, wie es ist.“ Mark Aurel, römischer Kaiser

Reflektionen von Haymo Meran, Gentics Software Managing Partner

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